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Parentifizierung: Warum fällt es mir so schwer, Hilfe anzunehmen?

  • Autorenbild: Nada Castrup
    Nada Castrup
  • 15. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Juni


Viele Menschen wünschen sich Unterstützung – und tun sich gleichzeitig schwer damit, sie anzunehmen.


Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • „Ich schaffe das schon alleine.“

  • „Ich möchte niemandem zur Last fallen.“

  • „Andere haben es nötiger als ich.“

  • „Ich muss erst selbst eine Lösung finden.“


Nach außen wirkt das oft selbstständig, verantwortungsbewusst und stark. Innerlich kann es jedoch viel Kraft kosten, ständig alles allein tragen zu müssen.

Häufig liegt die Ursache nicht in mangelndem Vertrauen oder fehlender Offenheit, sondern in frühen Erfahrungen, die unser Verhältnis zu Bedürfnissen und Unterstützung geprägt haben.


Wenn Kinder lernen, dass ihre Gefühle wenig Raum haben, dass sie früh Verantwortung übernehmen müssen oder dass Unterstützung nicht verlässlich verfügbar ist, entwickeln sie Strategien, um mit dieser Situation umzugehen. Sie werden besonders selbstständig, passen sich an oder versuchen, Probleme allein zu lösen.


Manchmal übernehmen Kinder sogar Aufgaben oder emotionale Verantwortung, die eigentlich den Erwachsenen zustehen würden. In der Psychologie spricht man hierbei von Parentifizierung.

Was damals hilfreich oder sogar notwendig war, kann später zu einem unbewussten Muster werden: „Ich muss allein zurechtkommen.“


Im Erwachsenenalter zeigt sich dieses Muster häufig darin, dass Hilfe zwar gewünscht wird, sich gleichzeitig aber ungewohnt, unangenehm oder sogar beschämend anfühlt.


Aus psychologischer Sicht handelt es sich dabei oft um erlernte Schutzreaktionen. Sie entstehen nicht grundlos, sondern haben eine Geschichte.

Deshalb reicht es häufig nicht aus, sich einfach vorzunehmen, Unterstützung anzunehmen. Erst wenn die dahinterliegenden Erfahrungen, Prägungen und inneren Überzeugungen verstanden werden, kann sich auch das Verhalten nachhaltig verändern.

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, lohnt sich ein Blick auf die frühen Erfahrungen, die unser heutiges Erleben beeinflussen können.


→ Mehr dazu erfährst du auf meiner Themenseite „Arbeit mit dem inneren Kind“.

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