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Muskelzerrungen verstehen: Wie sie entstehen und warum die Psyche beteiligt ist

  • Autorenbild: Nada Castrup
    Nada Castrup
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Muskelzerrungen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag und im Sport. Auffällig ist, dass sie sich bei vielen Menschen immer wieder an denselben Stellen zeigen. Diese Wiederholung weist auf mehr hin als auf eine kurzfristige Überlastung.

Sie zeigt eine innere Spannungsorganisation, in der Körper, Nervensystem und emotionale Belastung zusammenwirken.


Wie eine Muskelzerrung entsteht


Physiologisch entsteht eine Muskelzerrung, wenn Muskelfasern eine Belastung nicht mehr gleichmäßig aufnehmen und weiterleiten können. Entscheidend ist dabei der Zustand des Muskels vor der Bewegung.Ein Muskel mit ausgeglichenem Grundtonus besitzt Spielraum. Er kann Spannung aufnehmen, verteilen und wieder loslassen.

Steht der Muskel jedoch bereits unter Vorspannung, verkürzt sich dieser Spielraum. Bewegung beginnt dann aus einem Zustand erhöhter Aktivität. Kommt zusätzliche Belastung hinzu – etwa ein Abstoßen, Abfangen oder ein schneller Richtungswechsel – reagiert das Gewebe abrupt. Einzelne Fasern geben nach. Die Zerrung entsteht.


Warum psychische Spannung den Muskeltonus beeinflusst


Der Muskeltonus wird über das autonome Nervensystem reguliert. Emotionale Anspannung wirkt daher direkt auf die Muskulatur. Innerer Druck, Pflichtgefühl, dauerhaftes Funktionieren oder ungelöste innere Konflikte erhöhen die Grundspannung im Körper.

Diese Spannung bleibt häufig bestehen, auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist. Der Körper hält eine innere Bereitschaft aufrecht. Bestimmte Muskelgruppen übernehmen dabei wiederkehrend dieselben Aufgaben. Genau hier zeigt sich der psychosomatische Zusammenhang von Zerrungen.


Die Wade – Vorwärtsbewegung unter innerem Druck


Die Wade organisiert Abstoß, Standfestigkeit und Fortbewegung.Psychosomatisch reagiert sie häufig bei innerem Antreiben und dem Gefühl, weitergehen zu müssen.


  • Rechte Wade: Spannung bei Leistung, Verantwortung und Durchhalten aus Pflicht.

  • Linke Wade: Spannung bei Unsicherheit, emotionaler Bindung und innerem Zögern.

Wiederkehrende Zerrungen in der Wade zeigen, dass Vorwärtsbewegung innerlich nicht frei organisiert ist. Der Körper reguliert diesen Konflikt über Muskelspannung.


Der Rücken – Tragen, Halten, Stabilisieren


Der Rücken übernimmt zentrale Tragfunktion. Je nach Bereich zeigt sich emotionale Spannung unterschiedlich:


  • Oberer Rücken (Schulter-Nacken-Übergang):Reagiert bei Zurückhalten von Reaktionen, unterdrücktem Ausdruck und dauerhaftem Funktionieren im Außen.

  • Mittlerer Rücken (Brustwirbelsäule):Zeigt Spannung bei innerem Konflikt zwischen Nähe und Rückzug, zwischen Gefühl und Haltung.

  • Unterer Rücken (Lendenwirbelsäule):Reagiert bei Überforderung, fehlender innerer Unterstützung und dem Gefühl, alles allein tragen zu müssen.

Dass Zerrungen oder wiederkehrende Beschwerden immer wieder dieselbe Rückenzone betreffen, zeigt eine stabile emotionale Zuordnung dieser Region.


Wiederkehrende Zerrungen als psychosomatischer Marker


Treten Zerrungen regelmäßig an derselben Stelle auf, handelt es sich um eine feste innere Organisation. Der Körper nutzt diese Region als Haltepunkt für Spannung. Die Zerrung entsteht dort, wo Bewegung auf gespeicherte Belastung trifft und ihren Spielraum verliert.


Zusammenhang zur auflösenden Hypnose


In der auflösenden Hypnose richtet sich der Fokus auf das, was sich im Körper von selbst zeigt. Muskeltonus, innere Wahrnehmungen oder Bilder treten in den Vordergrund, ohne gesteuert oder interpretiert zu werden. Der Körper erhält Raum, die über längere Zeit gehaltene Schutzspannung eigenständig zu verändern.

Im Verlauf dieses Prozesses lässt muskuläre Daueranspannung schrittweise nach. Bewegungen verteilen sich wieder gleichmäßiger, Elastizität baut sich neu auf, Belastung wird weniger punktuell abgefangen. Die Regulation entsteht aus dem inneren Ablauf des Nervensystems heraus, ohne Technik, ohne Vorgaben, ohne Suggestion.

Auf diese Weise verändert sich die körperliche Organisation, die wiederkehrende Zerrungen begünstigt hat. Muskelspannung bleibt situationsbezogen und verliert ihre Bindung an frühere Belastungen.


Fazit

Muskelzerrungen entstehen dort, wo Bewegung auf gespeicherte Spannung trifft. Sie zeigen, wie eng emotionale Belastung, Nervensystem und Muskeltonus miteinander verbunden sind. Wiederkehrende Zerrungen lassen sich als körperlicher Hinweis auf eine innere Spannungsbiografie verstehen – nicht als isoliertes Muskelproblem.

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